Statt Kugelstoßens durfte auch ein Medizinball geworfen werden. Katja Bauroth, Redakteurin der Schwetzinger Zeitung versucht den zwei Kilogramm schweren Ball auf die geforderte Distanz zu bringen - und schafft es. Zum Tag des Deutschen Sportabzeichens mit verschiedenen Disziplinen lud im September der TV auf seine Sportanlage ein.

Strippenzieher war die Leichtathletikabteilung des TV, die es schaffte, trotz angekündigt schlechten Wetters die Menschen in Sportklamotten zu bringen. „Über den Tag verteilt kommen die Aktiven, die ihr Sportabzeichen machen wollen. Trotz des Ferienendes freue ich mich über die gute Teilnehmerzahl, trotz parallel laufender Veranstaltungen rund um Schwetzingen", freute sich Norbert Theobald, Sportabzeichenbeauftragter und Trainer beim TV.

Vorbereitet hatten sich manche Teilnehmer durch das Trainingsangebot des TV zuvor immer Freitagabends. „Aus dem Stand ist es eher schwierig, alle Disziplinen in den vorgegebenen Zeiten zu schaffen. Training ist wichtig und zahlt sich dann an solchen Tagen aus", meint der 62-Jährige. Zum ersten Mal seit Jahren der Abstinenz organisierte das Team mit Norbert Theobald, Morten Angstmann und Christian Wallenwein den Tag des Sportabzeichens. Die Drei vom TV-Platz hatten im Vorfeld ordentlich die Werbetrommel gerührt, die Schwetzinger Zeitung hatte die Veranstaltung gut beworben. Auch die Stadtspitze motivierte im Vorfeld die Mitarbeiter, sich sportlich zu beteiligen.

Mit Erfolg beteiligte sich auch der 78jährige Erwin Hube. Er hatte sich im Sommer nach einem Sportunfall längere Rückzurückhaltung auferlegt. Seine Paradedisziplin war über Jahrzehnte der 3000m Lauf. „Heute ist für mich ein guter Tag, ich habe alle Disziplinen geschafft", konstatierte er. Ähnlich sportbegeistert gab sich Christina Theobald (55), die es nach einem operierten Bandscheibenvorfall nochmals wissen will. Dem Sport gewinnt sie viel ab. „Leichtathletik hält fit, tut generell gut und macht mich zufrieden. Und als Sportlerin kann ich essen, was ich will", sagte sie augenzwinkernd.

Die 39-jährige Katja Bauroth ließ sich auch nach drei Stunden von der aufkommenden Müdigkeit nicht irritieren. Sie schaffte ihr Sportabzeichen in Gold. Norbert Theobald überprüfte ihre Leistungen und gratulierte ihr.

Rosemarie Teichmann (57) war total begeistert. „Sport macht gute Laune und ist für mich nach dem Berufsalltag auch ein Ventil. Das habe ich für mich wieder entdeckt." Sportlich gaben sich die Geschwister Leander (12), Angelina (11) in Disziplinen wie Standweitsprung, während die Großeltern Waltraud und Gerd mit dem jüngsten Sprössling im Kinderwagen die Daumen drückten. „Ich habe Gold", jubelte Leander stolz. „Wir sind eine sportliche Familie", erklärte Mutter Monika, die bei so viel Erfolg des Nachwuchses vielleicht auch im nächsten Jahr dabei ist, wie Morten Angstmann spekulierte. „Wir werden daran arbeiten, alle Eltern nächstes Jahr miteinzubeziehen", so der Trainer der jungen Leichtathleten.

Als die Oftersheimer Weltklasse-Weitspringerin Malaika Mihambo am Nachmittag vorbeischaute, wurde sie vom TV-Vorsitzenden Robin Pitsch und seiner Stellvertreterin Annika Lin empfangen. Sie war die Olympia-Vierte von 2016 und diesjährige Bronzemedaillen-Gewinnerin bei den deutschen Meisterschaften im Weitsprung. „Ich habe, glaube ich, noch nie ein Sportabzeichen gemacht.“, bekennt sie. Aber dafür ist es ja bekanntlich nie zu spät.

Die Übergabe der Sportabzeichen findet im großen Kreis im Palais Hirsch statt. Geplant ist der 21. Januar 2018 bei der Neujahrsmatinee.