Stolperfallen auf der Laufbahn, Tore durch unsachgemäße Nutzung zerstört... nur einige Mängel auf dem TV-Sportplatz: einige Sanierungsarbeiten am städtischen Sportgelände des TV-Schwetzingen stehen für die kommenden Monate auf der Wunschliste des Vereins. Deshalb traf sich die Stadtspitze vor Ort, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Es kam direkt das große Aufgebot an Verantwortichen.

Oberbürgermeister Dr. Rene Pöltl, Bürgermeister Matthias Steffan und aus dem Bauamt Andreas Ernst wussten eigentlich schon, was auf sie zukam.

Unzählige Risse, einige Dellen, jede Menge Algen und Unkraut – auf dem Sportplatz. „Das hier viel Freude an der Leichtathletik aufkommt, ist schwer vorstellbar“, so der neue TV-Vorsitzende Robin Pitsch, der die Delegation begrüßte. Seit Monaten beschwere sich die immer größer werdende Leichtathletikabteilung über den Zustand des Platzes an der Sternenallee. „Zuletzt ist ein marodes Fußballtor umgefallen und hätte fast ein Kind erwischt“ so der Trainer der Kinder-Leichtathletik Morten Angstmann. Der Platz würde illegal genutzt und man träfe immer wieder vereinsfremde Gruppen dort an, so Pitsch. Da kein Zaun das Gelände schütze sei dagegen nichts zu machen. „Hier kann jeder auf den Platz. Manche fahren mit Autos oder Motorrädern auf die Laufbahn andere grillen und veranstalten dann wilde Fußballturniere“ berichtete Angstmann. Danach sähe der Platz entsprechend aus. Konsequenz daraus, die Fußballtore müssten nun aus dem Verkehr gezogen werden – der Platz hat tiefe Löcher. (Foto)

Das Tartanfeld mit Basketball-, Tennis oder auch Spring-Markierungen sowie die angrenzende Laufbahn tun bereits seit über 50 Jahren ihren Dienst, berichtet Ehrenmitglied Erich Krayer. Und in dieser Zeit hätten sie ordentlich gelitten. Viele Risse haben sich auf der Fläche gebildet, teilweise wurden sie mit Flicken versehen, doch es gibt gefährliche Löcher und Lücken. Die Laufbahn ist mit Unkraut überzogen, an manchen Stellen drücken die Wurzeln der am Rand stehenden Bäume die Bahn nach oben.

Es ist kein schöner und erst recht kein sicherer Platz mehr für die Leichtathleten. „Turniere kann man hier nicht mehr veranstalten, und das würden unsere Mitglieder aber gerne“ bemängelt Morten Angstmann. Die Rathauschefs Pöltl und Steffan zeigten Verständnis für die Situation.

Dass in diesem Stadion Sanierungsbedarf besteht, darüber waren sich auch alle Anwesenden schnell einig. Einzig bei der Vorgehensweise ließen sich bei der Begehung unterschiedliche Auffassungen erkennen.

Würde die Laufbahn in der bisherigen Bauweise komplett saniert, entständen Kosten im fünfstelligen Euro-Bereich, rechnet Andreas Ernst, stellv. Amtsleiter der Bauamtes vor. Der Bau einer Kunststoffbahn und der Bau eines Zaunes könnte die Kosten auf eine Million Euro hochtreiben spekuliert der OB. Er schüttelte dabei den Kopf: „Das ist im Augenblick nicht drin“.

Was das Land oder das Regierungspräsidium für eine solche Sanierung als Zuschuss gewährt, konnte keiner der Beteiligten sagen. Viele wichtiger aber, sei die Einschätzung der übergeordnete Umweltbehörde fügte Pöltl an. Schon bei der Diskussion um einen Kletterpark, hätte man die Ablehnung gegen bauliche Veränderungen und den Eingriff in die Natur gespürt. Da es sich beim TV-Platz um ein Freizeitgelände und Waldgewann handle, müsse erste eine Umwidmung des Bebauungsplanes in ein „Sportgelände“ stattfinden. Dies würde in heutiger Zeit kaum möglich sein, machte der OB den Vereinsvorständen wenig Hoffnung auf Veränderung.

„Dann müssen wir auf andere städtische Stadionanlagen ausweichen“, schlägt der TV-Vorsitzende vor. Dort seien die Gegebenheiten nicht ideal, aber hier wäre der Kostenfaktor für eine Sanierung der Leichtathletik Anlagen um ein vielfaches geringer. Auch in anderen Städten würden Sportarten, wie Fußball und Leichtathletik gut miteinander in einem Stadion klar kommen. „Warum versuchen wir es nicht einmal mit einem koordinativen Treffen“, schlug Morten Angstmann vor.

In den kommenden Wochen will sich nun die Stadtspitze mit Vertretern der beteiligten Sportvereine besprechen und nach Lösungen für eine gemeinsame Nutzung des städtischen Stadions an der Ketscher Landstraße suchen. Dazu soll der TV-Schwetzingen ein genaues Nutzungskonzept vorlegen, in dem die Anforderungen für die angestrebten Outdoor-Aktivitäten beschrieben sind, so die Verabredung am Ende der Begehung.

 

Foto: vlnr – Morten Angstmann, Christine Kreichgauer (verdeckt), Matthias Steffan, Andreas Ernst, OB Dr. René Pöltl, Ehrenmitglied Erich Krayer, TV-Vorsitzender Robin Pitsch